Wer ein Leben lang arbeitet, verdient eine gute Rente
Die Linke im Bundestag
Die Bundesregierung muss ihren zerstörerischen Kürzungskurs beenden. Wir fordern: Hände weg vom Renteneintrittsalter, von der abschlagsfreien Rente ab 45 Beitragsjahren und der Altersteilzeit.
Trotz katastrophaler Zustimmungswerte und verlorener Landtagswahlen – die Merz-Regierung setzt ihre Sozialkürzungen unvermindert fort. Dabei sorgen insbesondere die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente für Unmut, etwa die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für Menschen, die 45 Jahre eingezahlt haben. Ein Großteil der Menschen in Deutschland lehnt diese Kürzungen strikt ab, wie jüngste Umfragen zeigen. Sie verletzen das Gerechtigkeitsempfinden und sind zum Symbol für die Missachtung der Lebensleistung arbeitender Menschen geworden. Statt die gesetzliche Rente für alle zu sichern und durch eine faire Finanzierung zukunftsfest zu machen, setzt die Regierung auf private Altersvorsorge am Kapitalmarkt.
Die Linke im Bundestag hat ein grundlegend anderes Rentenkonzept:Wir fordern eine Rente für alle, in die alle einzahlen, auch Beamte, Abgeordnete und Unternehmer. Wir wollen die Renten deutlich erhöhen, um wieder ein Rentenniveau von 53 Prozent zu erreichen und die Arbeitgeber stärker an der Absicherung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligen. Und wir wollen eine solidarische Mindestrente von 1400 Euro, um Altersarmut zu bekämpfen. Zugleich stellen wir uns ganz konkret den anstehenden Kürzungen entgegen. Mit drei Anträgen wollen wir einige der gravierendsten Verschlechterungen verhindern.
Dazu zählt die Anhebung der Regelaltersgrenze – die Regierung will sie schrittweise an die durchschnittlich steigende Lebenserwartung koppeln. Dabei handelt es sich keinesfalls einfach um eine Anpassung an demographische Veränderungen, sondern um eine Kürzungspolitik, die insbesondere diejenigen Bevölkerungsgruppen trifft, die ohnehin benachteiligt sind, und deren Lebenserwartung tatsächlich kaum steigt. Gerade Menschen, die es aufgrund von belastenden Arbeitsbedingungen, gesundheitlichen Einschränkungen oder familiären Verpflichtungen, nicht schaffen, länger zu arbeiten werden empfindliche Rentenkürzungen erleben. In strukturschwachen Regionen, wo die Renten ohnehin viel zu niedrig sind, droht ein Anstieg der Altersarmut.
Das gilt auch für die zweite drohende Verschlechterung, die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für langjährige Versicherte. Sie betrifft sowohl den Renteneintritt von Versicherten, die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben, sowie die Anhebung der Altersgrenze für langjährig Versicherte von 63 auf 64 Jahre. Beides schränkt die Lebensplanung älterer Menschen erheblich ein. Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission behauptet, von der Rente nach 45 Beitragsjahren würden „vor allem Besserverdienende, Gesündere und Männer profitieren“. Das ist nicht stichhaltig. 45 Prozent der Betroffenen sind Frauen - eine Gruppe, die im Schnitt relativ niedrige Renten knapp über der Armutsschwelle erzielt. Und auch Männer, die nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, erhalten im Schnitt keine überdurchschnittlich hohen Renten.
Der dritte Angriff ist die Abschaffung der Altersteilzeit ab derzeit 55 Jahren. Die Regierung plant die Anhebung auf 58 Jahre und eine Kopplung an die steigende Regelaltersgrenze. Zudem soll die Altersteilzeit im Blockmodell abgeschafft werden. Bei diesem Modell geht eine volle Arbeitsphase in eine freigestellte Phase. Rund 80 Prozent der Betroffenen bevorzugen diese Variante. Die geplanten Änderungen würde die freie Lebensplanung älterer Menschen stark einschränken. Zudem wird die Altersteilzeit wird inzwischen vor allem in der Produktion genutzt, also in Branchen, die von Krisen und Transformationsdruck betroffen sind. Gerade hier geht mit der Altersteilzeit ein Instrument verloren, um Personalabbau zu verhindern.
Die Fraktion Die Linke im Bundestag zwingt nun die Regierung, Farbe zu bekennen. Wir fordern eine Rücknahme dieser drei Reformen, die sich unmittelbar zulasten der Beschäftigten auswirken.
Antrag: „Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze“
Antrag: „Abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten“
Antrag: "Altersteilzeit weiterhin ab 55 Jahren und im Blockmodell ermöglichen"
Teilhabe heißt Mobilität und gute Infrastruktur
Die Linke Landessenior*innenkonferenz in Sachsen
Die LAG Seniorinnen und Senioren bei Die Linke Sachsen lädt herzlich zur Landessenior*innenkonferenz am 24. Oktober von 10 bis 15 Uhr in die Galerie Kub in Leipzig ein. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus dem Land und Kommunen wollen wir uns verständigen, wie es besser gelingen kann gesellschaftliche Teilhabe durch bessere Mobilität und guter Infrastruktur zu sichern. Ein Thema das alle bewegt, egal ob jung oder alt.
Alle sind willkommen, egal ob Genoss:innen oder Interessierte
Zur Arbeit der LAG Seniorinnen und Senioren
Der Fokus der LAG Seniorinnen und Senioren richtet sich sowohl auf die innerparteiliche Vernetzung als auch auf die Erarbeitung von Positionen zu einer gerechten Seniorenpolitik.
Auch der Austausch mit den jungen Genoss:innen innerhalb der Partei und des Jugendverbandes gehört zur Arbeit der LAG und ihrer Unterstrukturen. Das Generationencafé der AG Senior*innen der Linken Leipzig und der Linksjugend Leipzig ist ein Austauschformat, das zum Dialog anregt, um gemeinsame Perspektiven zwischen den Generationen zu entwickeln. Dieses Format fand bisher zweimal statt.
Bei dem ersten Treffen im Herbst 2025 wurde das Thema „Frieden“ besprochen. Nach einem Eingangsstatement jeweils der AG Senior:innen und der Linksjugend konnten in einer gemeinsamen Diskussion die Perspektiven zwischen den Generationen ausgetauscht werden. Dabei standen aktuelle Krisengebiete, die neue Blockkonfrontation, Frieden in einer zunehmend multipolaren Weltordnung und die neue Wehrpflicht im Mittelpunkt. Während die älteren Genoss:innen vor allem aus ihren Erinnerungen an die Zeit des Kalten Krieges und das Aufwachsen innerhalb einer dauerhaft angespannten Krisensituation berichteten, stand bei den jüngeren Genoss:innen die Angst vor einer neuen Wehrpflicht sowie die neuen Konfliktherde in der globalen Politik im Mittelpunkt. Was die beiden Generationen verbindet, ist eines: die Angst vor einer eskalierenden Weltlage, die vor allem diejenigen trifft, die sich nicht davon freikaufen können.
Zum zweiten Generationencafé luden die Linksjugend Leipzig und die AG Senior*innen im Frühjahr 2026 ein. Diesmal wurden die Pläne der Bundesregierung zur neuen Rentenreform besprochen. Dabei trafen sich die Positionen der verschiedenen Generationen vor allem bei einem: der Angst vor der Zukunft und der Wut über die aktuelle politische Ausrichtung der Bundesregierung. Die Angst davor, zukünftig nicht mehr vom staatlichen Rentensystem leben zu können, und die Wut darüber, dass die Bundesregierung in diesem Bereich lieber einspart, als sich den Herausforderungen des demografischen Wandels wirklich zu stellen und langfristig nachhaltige und sozial gerechte Konzepte vorzulegen, die die staatliche Rente sichern können. Stattdessen wird ein Generationenkonflikt konstruiert, in welchem die Bedürfnisse von Alt und Jung gegeneinander ausgespielt werden sollen.
Das ist fatal und ermutigt dazu, die intergenerationale Vernetzung und die gelebte Solidarität innerhalb der Linken, aber auch gesamtgesellschaftlich, weiter voranzubringen. Nur durch gemeinsamen Dialog, das Öffnen für die Positionen der anderen und die Bereitschaft, sich gegenseitig auf Augenhöhe zu begegnen und sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen, kann diese gelebte Solidarität entstehen.
Deshalb laden am 27. September die AG Senior*innen Leipzig und die Linksjugend Leipzig erneut zum Generationencafé ein. Im unmittelbaren Vorfeld des 3. Oktobers, des Tages der Deutschen Einheit, soll es um das Thema Ost-West und das wiedervereinigte Deutschland gehen.
20.11.2026: Nächster Schulstreik gegen Wehrpflicht
Am 18. September erklärte das Verteidigungsministerium, dass ab sofort die Musterung verpflichtend sei. Da kommt einem der offene Brief von Bertold Brecht aus dem Jahre 1946 in den Sinn:
"Gestatten Sie mir, als einem Schriftsteller, zu der Furcht einflößenden Frage einer Wiedereinführung der Wehrpflicht Stellung zu nehmen.
Als ich ein junger Mensch war, gab es in Deutschland eine Wehrpflicht, und ein Krieg wurde begonnen, der verlorenging. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft, aber als Mann erlebte ich, wie sie wieder eingeführt wurde, und ein zweiter Krieg wurde begonnen, größer als der erste. Deutschland verlor ihn wieder und gründlicher, und die Wehrpflicht wurde wieder abgeschafft. Diejenigen, die sie eingeführt hatten, wurden von einem Weltgerichtshof gehängt, soweit man ihnen habhaft werden konnte. Jetzt, an der Schwelle des Alters, höre ich, daß die Wehrpflicht zum dritten Mal eingeführt werden soll.
Gegen wen ist der dritte Krieg geplant? Gegen Polen? Gegen Engländer? Gegen Russen? Oder gegen Deutsche? Wir leben im Atomzeitalter, und 12 Divisionen können einen Krieg nicht gewinnen – wohl aber beginnen. Und wie sollten es bei allgemeiner Wehrpflicht 12 Divisionen bleiben? Wollt ihr wirklich den ersten Schritt tun, den ersten Schritt in den Krieg? Den letzten Schritt, den in das Nichts, werden wir dann alle tun. […]
Keines unserer Parlamente, wie immer gewählt, hat von der Bevölkerung Auftrag oder Erlaubnis, eine allgemeine Wehrpflicht einzuführen. […]"
Bertold Brecht, Gesammelte Werke 20, Schriften zur Politik und Gesellschaft, Werksausgabe Suhrkamp Verlag. 348 f
Der Internationale Tag der älteren Menschen 2026 in Rostock
Anlass für Gesprächskontakte
In den Mittagsstunden des 1. Oktober präsentierten Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Senior*innenpolitik M-V aktuelle senior*innenpolitische Forderungen unserer Partei dem Publikum auf dem Rostocker Universitätsplatz.
Unterstützt von weiteren Genoss*innen und Sympathisant*innen protestierten wir gegen die von der Bundesregierung betriebene Politik des Sozialstaats-Abbaus sowie die damit verbundene Hochrüstung und Militiarisierung.
Bei den Gesprächen mit zahlreichen Passanten bestätigte sich das gemeinsame Interesse am Frieden. Unsere Mitglieder machten dabei deutlich: Der Verteidigungs-Auftrag der Bundeswehr lt. Grundgesetz ist zu gewährleisten. Eine Hochrüstung zur Steigerung der Rüstungsprofite, auch durch Rüstungsexporte und Kriegsbeteiligung ist konsequent abzulehnen.
Die Erfahrung des Tages unterstreicht den wachsenden Gesprächsbedarf, dem wir uns mit all unseren Erfahrungen weiterhin stellen werden. Die Mitglieder der LAG sind zuversichtlich, im Zuge des zu führenden Klärungsprozesses weitere Unterstützer*innen zu gewinnen.
Klaus Röber
Sprecher der LAG Senior*innenpolitik M-V
Die Bundesregierung will nach der Sommerpause mit dem Angriff auf das Rentensystem die Zerstörung des Sozialstaats weiter fortsetzen. Darüber… Weiterlesen
Am 19. Juli 2026 traf sich die LAG 60+links zu einem gut gesuchten Treffen in Stuttgart-Bad Canstatt. Zu Gast war unserer Parteivorsitzenden und… Weiterlesen
Die Linke Bundestagsabgeordnete Sarah Mirow: "Ich bin fassungslos darüber, was Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bauministerin Verena Hubertz… Weiterlesen







